Als erstes: Der Flug ist lange! Sehr lange!!!!!!!!! Nach drei Stunden in dem Flieger nach Atlanta (da hatte ich immerhin auch schon 100 Minuten nach Paris hinter mir, wobei bereits auf diesem Flug ausschließlich Englisch und Französisch gesprochen wurde) hätte ich meinetwegen auch schon da sein können…. Obwohl die Verpflegung viel besser als damals, wo ich das letzte Mal geflogen bin, war. Außerdem hatte jeder einen Minifernseher vor sich und konnte aus mehreren Filmen auswählen. (Hätte ich mir Madagaskar doch nicht mehr in Berlin angucken müssen..) Dafür gab es dieses Mal (1999 war das noch so) keine Ausfüllhilfe für diese Visumsteile, die man da erst ausfüllt mehr.
Ansonsten hatte ich den Flughafen von Paris wirklich deutlich unterschätzt. Meine 100 Minuten zum Umsteigen waren keineswegs reichlich mit ein wenig Wartezeit (obwohl ich pünktlich da war), sondern eher ein „Na, zum Glück noch den Flieger bekommen!“. Der Flughafen muss in den letzten 10 Jahren enorm gewachsen sein; davon abgesehen ist er meiner Meinung nach recht schlecht ausgeschildert. Ich kam am Terminal C an und musste zu E80. E zu finden war kein Problem – ein Flughafenmensch hat mich angesprochen, ob ich nicht in so einem (kostenlosem) Shuttle dahin fahren möchte. Das ging also noch mal schneller als so ein nettes Rollband. Das Dumme war: Bei E hörte es bei E7 auf. Aha! Da freut man sich! Wenigstens kann ich noch ausreichend viel Französisch, so dass ich mich danach durchfragen konnte. (Das Englisch der Beamten habe ich schlechter verstanden; zumindest von denen, die ich da gefragt hatte.) Zumindest musste man durch lustige versteckte Gänge rennen (langsam hatte ich Angst, meinen Flug nicht zu schaffen) und dann in lustige Shuttlebusse einsteigen. Aha!!!!! Wissen muss man´s… J
Ich habe zumindest nach einigen Quälereien meinen Flieger noch bekommen. Das Einchecken dort war nicht so besonders nett. Der Beamte hat mich da mit so Sachen gequält wie „Darf ich ihr Rückflugticket sehen?!“ (und was wenn ich nun erst mal one-way gekauft hätte? Bei `nem Jahr ja nun nicht so ganz außergewöhnlich, oder?!), „Wer hat Ihren Koffer gepackt?“, „Führen Sie eine Kamera oder Laptop mit sich?“ – Oh, ganz böse! Ja… Aber da ich ihn ja niemanden anderen habe benutzen lassen…. Na ja, und lauter solche Späße. Ich dachte, das machen die erst bei der Einreise hier, einen so zu quälen?!
(Apropos quälen: Beim Einchecken in Berlin bin ich dieses Mal wirklich bis auf das letzte Hemd ausgezogen worden. Ich durfte sogar meine Schuhe ausziehen, dann wurden meine Fußsohlen abgepiept und lauter solche Späße… Ach so, beim Einreisen hier musste ich auch meine Schuhe ausziehen(scheint hier regulär so zu sein – in Berlin aber nicht!), wurde aber nicht so abgepiept, durfte auch mein Geld behalten und war eine ganze Runde freundlicher.)
Den Flug von Paris nach Atlanta könnte man wirklich als sehr „interessant“ bezeichnen. Davon abgesehen, dass wir statt um 13:20 erst um 15 Uhr gestartet sind (hatten wohl viele das Problem, dass sie die Größe des Flughafens unterschätzt hatten), hatte ein Passagier auch noch einen Herzinfarkt. Meine Nachbarin hat vermutet, dass es daher kam, dass sie davor einen Riesenaufriss von wegen Turbulenzen gemacht haben, wo der Pilot drei Mal durchgesagt hatte, dass wir sofort alle auf unsere Plätze zurückkehren sollen und auch die Stewardessen usw. Na ja, und danach kam die wunderbare Arztfragendurchsage und es rannten ständig Leute mit Sauerstoffflaschen an mir vorbei. Dummerweise waren wir da noch mitten über dem Atlantik. Ab da wurde dann aber zunächst als Landungsziel St. Johns in Kanada angepeilt; um dort zwischenzulanden. Kurz bevor wir da waren, schien es aber nicht mehr nötig (aus welchen Gründen auch immer, will man auch gar nicht wissen) und wir sind doch erst wieder im schwülen, vernebelten Sauna-Atlanta mit 1 Stunde Verspätung gelandet. Bei der Landung hat man wirklich gar nichts gesehen – alles weiße Suppe. Außer dem Landungs“boing“ war da kein Unterschied...
Das Einchecken hier hat dann hauptsächlich so lange (bis ich ganz raus war 1,5 Stunden) gedauert, weil viele Einreisenden kein Englisch konnten, und ständig Übersetzer gerufen werden mussten, damit die Leute ihren Einreisegrund darlegen konnten. Ich wurde das nicht gefragt – na ja, eigentlich steht´s ja auch in meinem Visum. Mir wurde bloß bei jedem Beamten erzählt, wie toll die Emory sei. Glücklicherweise wurde ich auch am Zoll nicht auseinandergenommen. Und noch mal glücklicherweise haben sie noch nicht mal bemerkt (oder es ist wirklich egal), dass meine SEVIS-Nummern nicht übereinstimmen; und mit blieben die langwierigen Erklärungen erspart. Hier war es trotz der Größe des Flughafen 10 mal übersichtlicher als in Paris. Zum Einen standen überall hilfsbereite Amerikanerbeamten, außerdem gab´s jede Menge Schilder und zu allem Spaß durfte man im Flugzeug am Ende (bin übrigens hierher dann doch nicht mit der Air France, sondern mit der Delta geflogen) auch einen Film sehen, was man wo am Flughafen zu tun hat. Also war ich darauf gefasst, dass ich beim Zoll meine Koffer auf ein Band stelle, sie wieder in der Versenkung verschwinden und ich dann mit einer U-Bahn oder so was ähnliches zu meinem Gepäck fahren würde. Dort hat dann glücklicherweise auch schon Annika auf mich gewartet und mich in Empfang genommen.
Ich wurde hier dann auch nett empfangen – meine Vermietern war zwar nicht gerade da, aber drei andere. Der eine ist nur noch 1,5 Wochen hier und der Rest eben auch so wie ich. Scheinen auch alle nett zu sein. Mein Zimmer hat alles nötige – nur mein großer Schreibtisch zu hause fehlt mir jetzt schon. Habe ein ziemlich kleines Teil hier. Dafür in amerikanischer Manier ein Bett mit 2 Matratzen übereinander. :-) Sonst: lila Teppich und fliederfarbene Wände, großer Spiegel, eingebauter Wandschrank (also so Minibegehbar), Kommode, Regal, kleines Klappenteil (weiß nicht, wie so was heißt…). Nun muss ich mich nur noch erinnern, wo ich meinen Taschenrechner im Gepäck gelassen habe – den finde ich nämlich nicht mehr… Oder liegt der doch noch in Berlin?!