Nachem ich heute mich den ganzen Tag der komplexen Analysis gewidmet habe (Midterm taking home exam...) und nun nicht mehr klar denken kann, ist endlich die Zeit gekommen, dass ich den lang, lang fälligen Reisebericht schreibe!
Bevor ich aber das "und noch mehr" vergesse:
Wie kam es überhaupt zu diesem sehr kurzfristig angekündigten und auch ungeplanten New York Trip?
Einen Tag vor Abreise schlug Annika im Laufe einer Unterhaltung vor, dass Tobias und ich eigtnlich auch nach New York mitkommen könnten, da sie (Annika und Nader) da mit Annikas Cousin über die Herbstferien hinfahren. Durch meinen Kopf ging zwar im ersten Moment nur in Sekundenschnelle, dass ich zum einen dann am Freitag alle Vorlesungen verpasse (hier gibt´s ja sowas wie eine "Anwesenheitspflicht"), eine Vertretung für die Helpsession am Donnerstag finden muss, meinen Autoangucktermin am Freitag verlegen muss, jemand anderen finden muss, der statt meiner am Samstag mit zum Rafting nach Tenessee fährt, wenn ich nicht 45$ in den Sand gesetzt haben will, denn immerhin war genau einen Tag vorher die Frist abgelaufen, wo man von diesen Trip noch abspringen konnte und sein Geld wiederbekommen konnte. Aber, bei so einem Angebot kann man natürlich nicht nein sagen! Das Auto war zwar bereits verkauft, als ich dann wieder da war (der Jeep, den ich vielleicht holen wollte, ist es scheinbar auch schon wieder - der Typ hat mir auch gar nicht geantwortet... - scheint langsam Sitte zu werden, dass mir Autoverkäufer nicht antworten - die wollen mein Geld scheinbar alle nicht...), aber das war es definitiv wert! :-)
Letztendlich sind wir aber dann doch nicht wie geplant zu fünft nach New York gefahren, sondern waren nur zu viert, da es Tobias am Reisetag "dahingerafft" hat... :-)
Zumindest hatte sich dann auch mein Problem, dass ich einen Raftingersatz finden musste, erledigt.
Aber beim Rafting gab es auch einiges zu erleben - so wurde einer meiner Mitstudenten - nennen wir ihn T. erst mal in Tennessee vehaftet... Äh ja... Ich lache mich heute noch kaputt - diese Südstaaten! :-) Wenn man hier im Wald mal so ein gewisses dringende Bedürfnis verspürt - Achtung! Diesem nachzugeben ist hier ein SEXUALVERBRECHEN!!!!!!! Und man kann gleich eingebuchtet werden... Hihi... Zum Gück wurde T. nur auf Südstaatlerisch angeschrieen, zum Polizeiauto geschliffen, aber wieder laufen gelassen...
Nun aber wirklich zu New York:
Da wir die Anreise und Rückreise (damit es sich auch lohnt für die paar Tage) auch wirklich an einem Tag schaffen (so um die 1500 km) sind wir ohne größeren Pausen durchgefahren und haben dank einigen Staus 16 Stunden für die Hinfahrt benötigt. (Na, in der Zeit kann ich auch nach Berlin fliegen :-) Wenigstens haben wir den Campingplatz relativ problemlos gefunden und da ich mit Annika im Auto geschlafen habe, musste ich in der Nacht (oder war´s schon eher Morgen?) auch nicht im strömenden Regen mehr das Zelt aufbauen...
Kurz vor unserer Ankunft erfuhren wir dann von einem besorgten Elternteil aus Deutschland, dass es wohl eine ernstzunehmende Terrorwarnung für New York gebe. Ja, so erfährt man hier die Nachrichten - aus Deutschland... Na ja, oder man sieht CNN; aber ein "normaler" Radiosender bringt wohl kaum mal Nachrichten... Zumindest fassten wir zunächst den Entschluss, an dem WE in NY keine U-Bahn zu fahren. Nachdem uns aber auch von den "Campingplatzleuten" versichert wurde, dass das öfters passiert und höchstens unsere Rucksäcke öfters von der Polizei durchsucht werden oder wir mit den Rucksäcken gar nicht in die U-Bahn gelassen werden, sind wir letztendlich doch U-Bahn gefahren... (Ein verrückter Taxifahrer reicht pro Wochenende...)
Unser erster Tag in New York lief dann eher geruhsam ab - nachdem die Bahnkarten dann doch teurer als erwartet waren. (Wir haben in New York State gecampt und durften dann jeden Tag mit der Bahn 1,5 Stunden nach NYC fahren.) Zumindest hielt der Zug nicht in der Bronx - dabei wollten zwei von uns doch so gerne da mal durchlaufen... Viel Spaß sage ich da nur... Nein, wir haben uns ansonsten ganz brav immer in Manhatten und Nachbarschaft aufgehalten.
Am ersten Tag waren dann erstmal die Besichtigung des Broadways, des Centralparks und Chinatowns dran. (Wenn ich mich richtig erinnere, mein Kopf sieht nur noch Epsilons gerade....). Natürlich sahen wir auf unserem Weg dann auch solche Dinge wie das Rockefellercenter (leider noch ohne Weihnachtsbaum).
Nun aber noch kurz zum Essen in Chinatown:
Zwar kann man in relativ vielen Restaurants für amerikanische Verhältnisse günstig essen, jedoch ist die Bedienung auch nicht gerade überfreundlich. Zum Einen kann man sich darauf gefasst machen, dass man - kaum hat man aufgegessen - herauskomplementiert wird (nach der Rechnung muss man nie fragen) und na ja.. Wie gesagt, Freundlichkeit... (Als es am Samstag so wahnsinnig geregnet hat, haben wir extra "in Schichten" gegessen, um uns länger aufwärmen zu können...)
Außerdem haben einige Restaurants dort (und auch Taxifahrer) es drauf, sich ein großzügiges Trinkgeld gleich auf die Rechnung zu setzen. Allerding wollten wir bei Unfreundlichkeit nun mal keine 20% Trinkgeld zahlen - wodurch dann auch eben einmal der Geschäftsführer konsultiert werden musste. Bätsch, haben aber Recht bekommen - schließlich stand diese "goldene Regel" auch nirgendwo...
Am Samstag hatten wir ziemlich dolles Pech mit dem Wetter (wenigstens dafür aber Frühstück, wenn auch ohne Sprühkäse - ja, das gibt es hier wirklich! Auch Sprühbutterm Sprühöl.....) - es hat den ganzen Tag wie aus Eimern geschüttet! Ein braver Student wie ich bin, hatte ich mir aber für die Zugfahrt mein Algebra mitgenommen um zu lernen und Hausaufgaben zu lösen. Nun ja, das war keine gute Idee! Obwohl ich meinen Hefter dann später noch in einer extra Plastiktüte hatte, stand er im Wasser... Und ja, ich hatte auch einen Schirm! An meinen Hosen lief das Wasser nur so runter und die Schuhe gaben so leichte Quietschgeräusche von sich... Daher wohl auch meine kürzliche Erkältung... An dem Tag konnten man leider nicht so viel machen, wir waren im UNO-Gebäude, sind dann mit einem wahnsinnigen Taxifahrer (der fuhr wie wahnsinnig und gab die ganze Fahrt lang auch etwas merkwürdige Dinge von sich - am Ende wollte er auch gleich sein Trinkgeld vom Wechselgeld einstreichen...) nach Chinatown zum "Schichtessen" gefahren, um schließlich pitschnass in ein Broadwaymusical zu marschieren, wofür wir 50%-Rabattkarten am Vormittag ergattert hatten! So kam es, dass wir in unserem "interessanten" Aufzug "Die Schöne und das Biest" genießen durften. Das war toll!!!!!!!! Und jedem Cent seiner 53$ wert! :-) (Ja, das war der Preis mit dem Nachlass...) Als Erinnerung habe ich mir auch die CD davon geholt.
So, und nun komme ich bestimmt nur noch durcheinander mit dem, was wir an welchen Tagen gemacht haben. Zumindest waren wir - wegen schlechter Sicht - nicht auf dem Empire State Building, aber auch so war es ein Erlebnis das gesehen zu haben. Auf die Freiheitsstatue direkt konnte ich auch nicht gehen, da man das hätte vorher anmelden müssen, aber zumindest bin ich mit einer Fähre auf die Insel geschippert und habe sie mir aus der Nähe angesehen. Ich konnte die Wall Street sehen usw . ... Also, es war ein Erlebnis! :-)
Immer wieder würde ich nach New York fahren! :-)